23. April // 19 Uhr // Musik für friedvolle Zeit

...nicht Bach, Meer sollte er heißen 

Bettina Luise Weber – Werke für Violine Solo von J.S. Bach

Sonate a-Moll BWV 1003
Partita d-Moll BWV 1004

Johann Sebastian Bachs Sonaten und Partiten für Violine Solo gehören zu den absoluten Meilensteinnen der Musikgeschichte. Wir freuen uns, dass die Geigerin Bettina Luise Weber am 23. April in der GALERIE zu Gast ist und zwei Werke aus Bachs "Libro primo" interpretiert!



14. Mai // 19 Uhr // Drei Italiener an einem Abend!

Drei Italiener an einem Abend!

Sonaten für Violine und Fortepiano aus dem frühen 19. Jahrhundert mit Tommaso Toni (Violine) und Tommaso Graiff (Tafelklavier)

Alessandro Rolla (Pavia 1757- Milano 1841) 

Heute fast nur Fachleuten bekannt, war über dreißig Jahren Musikdirektor an der Mailänder Teatro alla Scala (1803- 1833) und nahezu ebenso lange Professor für Violine und Viola am neu gegründeten Konservatorium der Stadt, das nach Pariser Vorbild 1808 eingerichtet wurde, Alessandro Rolla (1757- 1841) ist vielleicht der bedeutendste Vertreter der italienischen Instrumentalmusik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 

Seine Position als Geigen- und Bratschenvirtuose, der gleichzeitig an der Spitze des wichtigsten Opernhauses Italiens stand und an der modernsten musikalischen Institution des Landes lehrte, macht ihn zu einer äußerst wichtigen Persönlichkeit. Künstler wie Nicolo Paganini oder der junge Giuseppe Verdi zu Beginn ihrer Karrieren wurden von Rolla maßgeblich gefördert. 

Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte Italien einen langsamen und unerbittlichen Niedergang der reinen Instrumentalmusik. Musiker, die sich nicht der Opernwelt widmen wollten, wanderten häufig nach Nordeuropa aus. Im Gegensatz dazu entschied sich Rolla – obwohl er andere Möglichkeiten gehabt hätte –, seine gesamte Karriere in Italien zu verbringen. 

Während er Opern von Paisiello, Cimarosa und später von Mozart, Rossini, Bellini, Donizetti an La Scala aufführte, leitete er auch die ersten mailändischen Aufführungen einiger Beethoven Symphonien sowie die Inszenierung von l ́Orfeo von C.Wh.Gluck mit Studenten des Konservatoriums. Bis zu seinem Tod im Alter von 85 Jahren war er ein engagierter Förderer der Kammermusikpraxis in privaten Akademien und in den Häusern der Adelsgesellschaft. 

Das Studium seiner Werke gewinnt eine zentrale Bedeutung, um die Rezeption der Wiener Klassik in Mailand besser zu verstehen und zugleich die Belcanto-Merkmale der italienischen Tradition klarer zu erkennen. 

Zu den Sonaten für Piano-Forte und Violine 

Diese Sonaten stellen zweifellos ein absolutes Unikum in der italienischen Musikproduktion des frühen 19. Jahrhunderts dar, nicht zuletzt, weil es sich um Sonaten für Tasteninstrument mit Violinbegleitung handelt – ein idiomatisches Genre der Wiener Klassik, das von italienischen Komponisten kaum gepflegt wurde. 

In Mailand komponiert und in Wien veröffentlicht, also in erster Linie für Musiker und ein Publikum jenseits der Alpen bestimmt, zeichnen sich diese Werke durch eine bemerkenswerte Originalität aus: Rolla macht sich sowohl die Schreibweise der Wiener Klassik als auch jene der zeitgenössischen italienischen Oper zu eigen und verschmilzt beide zu einer eigenständigen, von großer Originalität geprägten Sprache. 

Auffällig ist zudem die gleichberechtigte Rolle, die der Violine zugewiesen wird: Häufig finden sich Passagen, in denen die Rollen vertauscht sind und das Streichinstrument die führende Position übernimmt, mit ausgedehnten Abschnitten sowohl kantablen als auch brillanten Charakters (oft beginnen diese mit einer gesanglichen Linie und münden anschließend in eine virtuose Stretta). 

In den vorliegenden Sonaten lässt sich unschwer beobachten, wie typisch belcantistische Momente mit Experimenten abrupter und drastischer dynamischer Wechsel abwechseln, die von Beethoven inspiriert sind (der erste Satz der dritten Sonate ist hierfür ein besonders klares Beispiel). 

Der Eintritt zu unseren Musikabenden ist frei, um eine anschließende Spende wird gebeten. Eine Voranmeldung per Mail erleichtert uns die Planung, ist jedoch nicht obligatorisch